St. Stephanus - Filderstadt
Startseite Sitemap Impressum



Osternacht 2020

Hausgottesdienst zur Feier der
Auferstehung 11./12.04.2020
in Filderstadt

Begrüßung
Liebe Gemeinde!
Wir feiern das Licht - das JA Gottes zu unserem Leben – wir feiern Ostern auch hier und heute in der aktuell verstörend anderen Lage von Kontaktsperren und allen damit verbundenen Fragen und Unsicherheiten. Was dabei hilfreich sein kann: Auch die ersten Zeuginnen der Auferstehung stehen voller Fragen da, und: wie den Frauen am Ostermorgen wird auch uns zugerufen: «Fürchtet Euch nicht!»

Segnung des Feuers:
Gepriesen bist du, Gott, Schöpfer der Welt. Du hast das Licht erschaffen, das die Finsternis erhellt. Im brennenden Dornbusch hast du Mose den Weg aus der Knechtschaft in die Freiheit verheißen. In der Feuersäule bist du deinem Volk durch die Finsternis vorangegangen und hast dessen Weg erhellt. Du bist das Licht, das den Menschen und der ganzen Schöpfung leuchtet. Segne dieses Feuer, das mit seinem Licht die Nacht erhellt, und entzünde in uns die Sehnsucht nach dir, dem unvergänglichen Licht, damit es die Finsternis dieser Welt und unserer Herzen vertreibe - alle Tage bis in Ewigkeit. Amen.

Bereitung der Osterkerze:
Christus, gestern und heute (senkrechter Balken)
Anfang und Ende (Querbalken)
Alpha (über dem Kreuz)
Und Omega. (unter dem Kreuz)
Sein ist die Zeit (1. Ziffer)
Und die Ewigkeit (2. Ziffer)
Sein ist die Macht und die Herrlichkeit (3. Ziffer)
In alle Ewigkeit AMEN (4. Ziffer)
Christus ist glorreich auferstanden vom Tod.
Sein Licht vertreibe alle Dunkelheit.
Einzug der Osterkerze in die Kirche – währenddessen wird das Osterlob («Exsultet») gesungen

Entzünden der Lichter (anstelle von Fürbitten):
Wir zünden eine Kerze an
• für alle Bewohnerinnen und Bewohner in den Altenheimen, die keinen Besuch von ihren Verwandten erhalten können;
• für alle Erkrankten, damit sie die Stärke haben, wieder gesund zu werden;
• für alle Einsatzkräfte, die in diesen Tagen an ihre Grenzen gehen;
• für das Personal der Intensivstationen, die mit allen Kräften um das Wohlergehen der Patienten kämpfen;
• für alle, die aufgrund der aktuellen Maßnahmen ihre Existenz bedroht sehen
• für alle, die dieses Osterfest gern mit uns feiern würden
• für alle, die sich auf ein Wiedersehen an Ostern gefreut haben und die nun nicht zueinander dürfen
• für alle Glieder unserer Seelsorgeeinheit, ihre Familien und Freunde
• für all jene, die unter der Einsamkeit der Isolation leiden.
• für alle, die auch in diesen Tagen unter Krieg, Hunger, Vertreibung und Tod leiden
• für alle, die auch in diesen Tagen in Lagern für Geflüchtete in menschenunwürdigen Zuständen leben

Abschließendes Gebet:
Ewiger Gott,
Du hast das Licht geschaffen. Du hast dein Volk durch Finsternis und Wüste in die Freiheit geführt.
Du hast Jesus aus dem Dunkel des Todes und des Grabes im Licht des Ostermorgens zum neuen Leben erweckt. Du führst uns durch alle Dunkelheiten hindurch in das Licht des Lebens. Lass uns immer wieder aufs Neue spüren, dass du uns nahe bist.
So bitten wir durch Jesus Christus unseren Bruder und Herren, AMEN.

Lied zum Gloria:

«Halleluja, lasst uns singen» Gotteslob N° 796, Verse
1: Halleluja, lasst uns singen, denn die Freudenzeit ist da; hoch in Lüften lasst erklingen, was im dunklen Grab geschah. Jesus hat den Tod bezwungen und uns allen Sieg errungen. Halleluja, Jesus lebt, Jesus lebt, Jesus lebt, Halleluja, Jesus lebt.
2: Halleluja! Der in Qualen wie ein Wurm zertreten war, hebt die Fahne, glänzt in Strahlen, unverletzt und ewig klar, wandelt leuchtend wie die Sonne, spendet Licht und Kraft und Wonne. Halleluja, Jesus lebt … … … .
3: Halleluja! Auferstanden ist die Freude dieser Zeit; denn aus Leiden, Schmerz und Banden geht hervor die Herrlichkeit. Was im Tode scheint verloren, wird in Christus neu geboren. Halleluja, Jesus lebt … … … .


Lesung: Römer 6, 3 – 11
Schwestern und Brüder! Wir, die wir auf Christus Jesus getauft wurden, sind auf seinen Tod getauft worden. Wir wurden ja mit ihm begraben durch die Taufe auf den Tod, damit auch wir, so wie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters von den Toten auferweckt wurde, in der Wirklichkeit des neuen Lebens wandeln. Wenn wir nämlich mit der Gestalt seines Todes verbunden wurden, dann werden wir es auch mit der seiner Auferstehung sein. Wir wissen doch: Unser alter Mensch wurde mit gekreuzigt, damit der von der Sünde beherrschte Leib vernichtet werde, sodass wir nicht mehr Sklaven der Sünde sind. Denn wer gestorben ist, der ist frei geworden von der Sünde. Sind wir nun mit Christus gestorben, so glauben wir, dass wir auch mit ihm leben werden.
Wir wissen, dass Christus, von den Toten auferweckt, nicht mehr stirbt; der Tod hat keine Macht mehr über ihn. Denn durch sein Sterben ist er ein für alle Mal gestorben für die Sünde, sein Leben aber lebt er für Gott. So begreift auch ihr euch als Menschen, die für die Sünde tot sind, aber für Gott leben in Christus Jesus.

Halleluja – Ruf: Gotteslob Nr. 175,6

Evangelium: Mt 28, 1 - 10

Nach dem Sabbat, beim Anbruch des ersten Tages der Woche, kamen Maria aus Magdala und die andere Maria, um nach dem Grab zu sehen.
Und siehe, es geschah ein gewaltiges Erdbeben; denn ein Engel des Herrn kam vom Himmel herab, trat an das Grab, wälzte den Stein weg und setzte sich darauf. Sein Aussehen war wie ein Blitz und sein Gewand weiß wie Schnee. Aus Furcht vor ihm erbebten die Wächter und waren wie tot.
Der Engel aber sagte zu den Frauen: Fürchtet euch nicht! Ich weiß, ihr sucht Jesus, den Gekreuzigten. Er ist nicht hier; denn er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommt her und seht euch den Ort an, wo er lag! Dann geht schnell zu seinen Jüngern und sagt ihnen: Er ist von den Toten auferstanden und siehe, er geht euch voraus nach Galiläa, dort werdet ihr ihn sehen. Siehe, ich habe es euch gesagt.
Sogleich verließen sie das Grab voll Furcht und großer Freude und sie eilten zu seinen Jüngern, um ihnen die Botschaft zu verkünden.
Und siehe, Jesus kam ihnen entgegen und sagte: Seid gegrüßt! Sie gingen auf ihn zu, warfen sich vor ihm nieder und umfassten seine Füße.
Da sagte Jesus zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Geht und sagt meinen Brüdern, sie sollen nach Galiläa gehen und dort werden sie mich sehen.

Ansprache:

Sie können (soweit möglich) die Ansprache auf der Homepage anhören und darüber ins Gespräch kommen, oder: Sie sprechen miteinander über das Evangelium z.B. anhand der folgenden Leseimpulse:
• Zweimal wird den Frauen zugesagt: «Fürchtet euch nicht!» Wer oder was hat mir in den letzten Tagen Mut zugesprochen oder Mut gemacht?
• Die Frauen verlassen das Grab «voller Furcht und großer Freude» Wo erlebe ich in mir eine solche emotionale Zerrissenheit?
• Sie eilten zu seinen Jüngern, um ihnen die Botschaft zu verkünden. – Es sind die Frauen, die als erste Jesus begegnen und von ihm den Auftrag erhalten, den Jüngern diese Botschaft zu bringen. – Frauen sind die ersten «Evangelistinnen» - von Jesus persönlich beauftragt. Und heute? Wie steht es um die Frauen in der Kirche?
• «In Galiläa werdet ihr mich finden!» Galiläa ist so eine Art Chiffre für den Alltag. Genau dorthin sollen sie gehen, um dem Auferstandenen zu begegnen. Auch heute will er uns in unserem Alltag begegnen.
• Welchen Gedanken und welche Erkenntnis nehme ich in diese Woche mit?

Tauferneuerung:

Durch die Taufe gehören wir zur Gemeinschaft der Christen und sollen durch den Heiligen Geist, der uns allen geschenkt ist, in dem Bewusstsein leben und handeln, dass Gott uns neues Leben schenkt. Gott hat uns von Anfang an geliebt, er möchte, dass unser Leben gelingt. In seiner Hand sind wir geborgen.
Darum sagen wir Nein zu allem, was schadet und dem Leben hinderlich ist, um so in der Freiheit der Kinder Gottes, leben zu können.
Wir glauben an Gott, der das Weltall hat werden lassen und der uns das Leben geschenkt hat, der uns liebt und kennt wie gute Eltern ihre Kinder.
Wir glauben, dass Gott in Jesus Christus Mensch geworden ist, dass er lebte wie wir, getötet wurde und auferstand. Wir glauben, dass Gott uns mit ihm neues Leben schenkt, und dass auch der Tod uns nicht von ihm trennen kann.
Wir glauben an den Heiligen Geist, der von Gott kommt, der uns zeigen will, was wahr ist, und was uns frei macht, der uns Kraft gibt zum Glauben und Hoffen, der uns zu einer Gemeinschaft versammelt, damit wir gemeinsam für Gerechtigkeit und Frieden eintreten.
Gott, der uns in die Gemeinschaft der Getauften gerufen hat, beschütze uns und alle, die an ihn glauben, durch Jesus Christus unseren Herrn.
Taufwasserweihe
Wasser, seit dem ersten Tag von Gott gewollt; kraftvolles Wasser, das Leben nimmt und gibt; Wasser, sprudelnd in einer Quelle und aufgepeitscht im Sturm; du sollst gesegnet sein, damit du von Hoffnung und Befreiung erzählst.
Mit dir, Wasser, werden Menschen getauft, die auf der Suche sind nach Gott, nach Hoffnung, nach Glauben, nach Zukunft.
Du seiest gesegnet durch Gott, der dich in der Schöpfung zusammenfließen ließ.
Du seiest gesegnet durch Gott, der sein Volk aus der Sklaverei in die Freiheit trockenen Fußes durch das Schilfmeer ziehen ließ. Du seiest gesegnet durch Gott, der uns berufen hat, in der Taufe etwas von seinem Sohn mitzuteilen.
So steige Gottes Geist mit seinem Atem in dieses Wasser und segne es + damit es unserem Glauben Wachstum gebe und unsere Hoffnung stärke.
Schenke, Heiliger Gott, diesem Wasser Segen und Leben und gib uns, den Getauften, den Mut, dein Licht und dein Leben weiter zu geben. Dich, Ewiger, ehren wir, auf dich hoffen wir und dir danken wir, in Zeit und Ewigkeit, AMEN
Lied: «Wir wollen alle fröhlich sein» Gotteslob Nr. 326, Verse 1+2+5
1: Wir wollen alle fröhlich sein in dieser österlichen Zeit, denn unser Heil hat Gott bereit. Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja. Gelobt sei Christus, Marien Sohn.
2: Es ist erstanden Jesus Christ, der an dem Kreuz gestorben ist, ihm sei Lob, Ehr zu aller Frist. Halleluja … … … .
5: Des freu sich alle Christenheit und lobe die Dreifaltigkeit von nun an bis in Ewigkeit. Halleluja … … … .

Vater unser …

Schlussgebet
Gott,
Da du mehr Raum gegeben allem Leben, dem Tod den Tod verordnet, sei Dank dir gesagt.
Und wenn noch Angst uns hindert an dem Leben,
befriede sie wie er es getan, der auferstanden in das Leben, Christus, der Herr, der lebt und Leben schenkt in Ewigkeit.
Lied: «Das ist der Tag, den Gott gemacht» Gotteslob N° 329, Verse 1+4+5
1: Das ist der Tag, den Gott gemacht, der Freud in alle Welt gebracht. Es freu sich, was sich freuen kann, denn Wunder hat der Herr getan.
4: Wir schauen auf zu Jesus Christ, zu ihm, der unsre Hoffnung ist. Wir sind die Glieder, er das Haupt; erlöst ist, der an Christus glaubt.
5: Nun singt dem Herrn das neue Lied. In aller Welt ist Freud und Fried. Es freu sich, was sich freuen kann, denn Wunder hat der Herr getan.
Segen
Mit dem Segen des Himmels von oben und dem Segen unserer Erde von unten, mit dem neuen Leben, das Jesus uns gebracht hat, und in seinem Geist bei uns bleibt, umgebe euch jetzt der gute Gott, wie ein Vater, wie eine Mutter, vom Kopf bis zu den Füßen von links nach rechts.
So segne Euch Gott, der Vater, der Sohn und der Heiligen Geist. AMEN

Alle sind herzlich eingeladen, in der häuslichen Gemeinschaft diese Feier mit einer gemeinsamen Agape mit Brot, Wein und Ostereiern abzuschließen.

Segnung der Speise

E: Gott, wir brauchen nicht nur Brot als Nahrung, wir brauchen auch Liebe. Ohne Brot verhungern wir, ohne Liebe verkümmern wir. Das Brot, das du uns gibst, ist beides: Brot in Liebe gegeben. Auch diese Gaben sind Zeichen deiner Liebe. In Dankbarkeit nehmen wir sie an aus deiner Hand.
A: Amen
Agapemahl
E: Teilen wir nun das Brot (evtl. die anderen Speisen und Getränke) miteinander. Seien wir uns dabei bewusst, wie sehr wir auf die Liebe zueinander und auf die Liebe Gottes angewiesen sind und daraus leben.

Dankgebet
A: Wir sagen dir Dank, Vater, für dieses Mahl, das wir zusammen eingenommen haben: Wie das Brot auf dem Tisch aus vielen Körnern besteht, so sammle und eine deine Kirche auf dem ganzen Erdenrund in der Herrlichkeit deines Reiches, dass sie allen Menschen zum Zeichen deiner Liebe werde. Darum bitten wir durch Christus,

Osterkerze 2020

Eigentlich sollten die diesjährigen Osterkerzen von einem Team aus drei Personen gestaltet werden. Ein erstes Treffen fand statt und die Arbeit an den Kerzen wurde angefangen. Corona hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht. Was kann Auferstehung bedeuten in Zeiten von Corona?

Diese Frage hat mich bei Gestalten der Kerzen beschäftigt. Die Frauen erfahren am frühen Morgen von der Botschaft, dass Jesus auferstanden ist - gelb, orange und rot ist die Osterkerze gestaltet. Es ist aber kein Sonnenaufgang zu sehen. Die Gestaltung erinnert an Feuer.

Feuer verbrennt und vernichtet. So erleben viele Menschen die Situation gerade. Feuer reinigt aber auch und ist ein Symbol für Wärme. Die Osterkerze wird ja auch am Osterfeuer angezündet und nicht mit einem Streichholz.

In den flammen der Kerze sind Begriffe zu lesen:

Vertrauen - Offenheit - Solidarität - Glaube - Stärke - Gemeinschaft - Liebe - Geduld - Rücksicht - Zusammenhalt - Gelassenheit - Hoffnung.

Diese sind Haltungen, auf die es momentan ankommt und die uns helfen können durch diese schwierige Zeit zu gehen. Es sind auch Haltungen, die uns helfen können, die Zeit danach zu gestalten. Die Zeit nach Corona wird eine andere sein als vorher, davon bin ich überzeugt.

Ein Samen ist gelegt, er keimt das zeigen uns die vielen Initiativen, die es momentan in unseren Gesellschaften gibt. Ein Samen ist für uns unsere Hoffnung auf Auferstehung und das neue Leben, das sich Bahn bricht.

Jesus ist auferstanden, er ist Anfang und Ende, Alpha und Omega auch 2020.

Ich wünsche Ihnen gesegnete Ostern
Susanne Walter

https://www.youtube.com/watch?v=FFfBNAh_Wcs&feature=youtu.be
© 2006 Egres GmbH